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Samstag, 21. Oktober 2017
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Entdeckung vom 28. November 2011

Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 332

Juana Häusler (Leiterin Besucherservice)

Das OZEANEUM hat 364 Tage im Jahr geöffnet – ein Service, der gut organisiert sein muss. Mit meinem Team koordiniere ich nicht nur die Abläufe an der Kasse oder im Museumsrundgang, sondern erweitere auch kontinuierlich unseren Service. Von Leihrollstühlen über Babywindeln bis zur Weihnachtsdekoration bringt das viel Abwechslung und auch Unterhaltung mit sich. Zu den skurrilsten Fundstücken aus der Sommersaison zählten beispielsweise zwei Bügeleisen. Kürzlich absolvierten Mitarbeiter unseres Teams einen Erste-Hilfe-Kurs und machten sich für Notfälle mit dem Einsatz eines Defibrilators vertraut. Notfälle gibt es zum Glück nur sehr selten – trotzdem passiert das ganze Jahr über etwas im Museum. Die Tiefseekorallen sind eine weitere Attraktion, auf die wir unsere Gäste gerne aufmerksam machen.

Blühende Gärten ohne Licht und Wärme

Erst vor rund zehn Jahren entdeckten Wissenschaftler im Nordatlantik zwischen Norwegen und Marokko ein Korallenriff größer als das Great Barriere Reef vor der australischen Küste. In der dunklen, kühlen Tiefe von 40 bis 3 000 Metern gedeihen unter anderem Steinkorallen. Wie ihre farbenprächtigen Verwandten der tropischen Meere, bilden sie ausgedehnte Korallengärten. Allerdings ganz ohne Tageslicht. Tiefseekorallen ernähren sich von Plankton und bevorzugen strömungsreiche Meeresgebiete, die ihnen permanent ein breites Nahrungsangebot an Kleinstlebewesen bieten.

 

Das deutsche Forschungstauchboot „Jago“ brachte im Herbst 2011 Steinkorallen und Gorgonien aus einer Tiefe von 350 Metern vor der norwegischen Küste für Forschungszwecke nach Kiel. Dank einer Kooperation kamen ausgewählte Exemplare kurz darauf nach Stralsund und werden seither den Besuchern des OZEANEUMs im Aquarienrundgang gezeigt. Wie im natürlichen Lebensraum dieser Kaltwasserlebewesen, herrscht in ihrem 7,5 Grad Celsius kühlen Becken „Tiefe See“ eine starke Strömung. Tierpfleger bestäuben die Korallen zweimal täglich mit selbst gezüchtetem Plankton. Die spärliche Beleuchtung ist dem blauen und ultravioletten Licht nachempfunden, das am tiefsten in das Meer vordringt.

 

Mit nur einem Zentimeter pro Jahr wachsen Kaltwasserkorallen noch langsamer als tropische Korallen. Daher zerstören Grundschleppnetze insbesondere in den nördlichen Meeren innerhalb von Sekunden das Korallenwachstum von Jahrtausenden. Umso wichtiger ist es den Mitarbeitern des Deutschen Meeresmuseums, ihren Besuchern diese weitgehend unbekannten Lebewesen der Tiefsee zu zeigen und über deren Bedrohung zu informieren. Neben dem Aquarium mit Tiefseekorallen im OZEANEUM stellt die Vitrine „Nesseltiere“ im Erdgeschoss des MEERESMUSEUMs unter anderem diese besonderen Lebewesen und ihre Bedrohung genauer vor.

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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