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Sonntag, 23. Juli 2017
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Entdeckung vom 12. Dezember 2011

Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 346

Sandra Jahn (Mitarbeiterin Marketing)

Der erste Bewohner des OZEANEUMs, den ich im Jahr 2008 kennen lernte, war der Kuckuckslippfisch im Brandungsbecken. Zu dieser Zeit waren viele Aquarien noch im Bau und die Webseite des OZEANEUMs sollte den zukünftigen Besuchern bereits einen Vorgeschmack auf das geben, was sie nach der Eröffnung hier erwarten würde. Dazu zeigten wir Bilder der bereits eingetroffenen Aquarienbewohner, wie dem Kuckuckslippfisch. Dieser Fisch war also eines der ersten Aushängeschilder des Hauses und ein Stellvertreter für viele weitere Fische und Attraktionen, die heute auf die Besucher warten.

Ein Kuckuck, der sein eigenes Nest baut

Auch unter den Fischen gibt es komische Vögel. Die bis zu 40 Zentimeter großen Kuckuckslippfische, die im Brandungsbecken des OZEANEUMs leben, zählen dazu. In leuchtendem Blau mit dunklen Längsstreifen erinnern Kuckuckslippfische eher an Bewohner der Karibik, doch sind sie häufig in den flacheren Regionen der kälteren Nordsee und im östlichen Atlantik zu finden. Genau wie bei vielen Vögeln hat auch das Männchen hier diese Farbenpracht gepachtet. Die Weibchen kleiden sich im dezenten orange-braun mit zwei bis drei dunklen, weiß umrandeten Flecken am Rücken. Dieser Farbunterschied führte in der Vergangenheit oft dazu, dass sie als unterschiedliche Arten beschrieben wurden.

 

Wie bei vielen Lippfischen tritt auch hier das Phänomen der Protogynie auf. Das heißt jedes Individuum kommt erst als Weibchen zur Welt und kann nach 7 bis 13 Jahren zu einem Männchen werden. Junge Männchen des Kuckuckslippfisches sehen übrigens noch wie Weibchen aus, ihre bunte Färbung entwickeln sie erst nach und nach. Was ihnen zu Nutze kommt, denn die älteren farbenprächtigen Männchen sind sehr territorial und halten sich mehrere Weibchen in einem Harem. Sie dulden in ihrem Revier keine Rivalen und geben Signalstoffe ins Wasser ab um die Verwandlung der Weibchen zu unterdrücken. Die jüngeren Männchen können sich so ungesehen unter den Harem mischen.

 

Die Weibchen legen ihre Eier in ein Nest aus Pflanzenteilen und sobald das territoriale Männchen diese, mit seinem Sperma, befruchtet tun es ihnen die Jüngeren gleich. So hat der Kuckuckslippfisch zwar ein eigenes Nest gebaut, aber wer der wirkliche Vater ist bleibt ungewiss.

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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