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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung des Monats : Entdeckung Nr. 62

Dr. Timo Moritz (Kurator für Ichthyologie)

Als Kurator für Fische gehört es zu meinen Aufgaben Forschung an Fischen durchzuführen. Arten wie die Tiefseeangler erinnern mich immer wieder daran, welche ungewöhnlichen Entwicklungen sich bei den mehr als 27.000 bekannten Fischarten finden lassen. Darüber hinaus stammen diese Anglerfische, wie der Name schon sagt, aus der Tiefsee – dem größten und zugleich am wenigsten erforschten Lebensraum der Erde. Bei jeder Expedition werden dort neue, bisher unbekannte, faszinierende Geschöpfe entdeckt. Nicht selten so ungewöhnlich, dass uns die Tiefseeangler beinahe vertraut erscheinen.

Mit beweglicher Leuchtrute und Männchen am Bauch

Nicht nur ihr Aussehen ist bizarr und wirkt monströs, die Familie der Tiefsee-Anglerfische hat auch ein etwas ausgefallenes Familienleben. Von stattlicher Größe – je nach Art zwischen 30 und 150 Zentimetern - sind allein die Weibchen. Die winzigen männlichen Tiere leben nur kurz bis zur Geschlechtsreife direkt nach dem Larvenstadium alleine, bis sie an ein weibliches Tier andocken und mit diesem körperlich fest verwachsen. Dann lässt sich der Gatte von seiner Auserwählten über ihren Stoffwechsel mit allem Lebensnotwendigen versorgen, bis dass der Tod sie scheidet. In der Tiefsee hat die lebenslange Ehe bisweilen noch Gültigkeit. Allerdings kann sich das Weibchen dabei für mehrere Partner gleichzeitig entscheiden.    

 

Ihren Namen verdanken die Tiefseeangler ihrer speziellen Fangmethode. Sie sind klassische Lauerräuber. Ihre meist runde Körperform eignet sich perfekt zum regungslosen Verharren, um die Beute anzulocken. In Bewegung ist dann allein ein mehr oder weniger langes, rutenähnliches Organ mit einer leuchtenden Spitze. Dieses kann direkt am Kopf entspringen oder am Ansatz der Rückenflossen. Werden andere Tiefseefische von der kleinen Laterne neugierig angelockt und hoffen auf einen guten Happen, werden sie selbst zur Beute. Wenn das große Maul mit den kräftigen, scharfkantigen Zähnen zupackt, gibt es kein Entrinnen. Die spezielle Anatomie vieler Tiefseefische erlaubt sogar das Verschlingen von Beutetieren, die größer sind als die Jäger selbst.

 

Der Lichttrick mit der grünlich schimmernden Laterne ist in der sonst dunklen Tiefsee besonders wirksam. Viele Tiere haben hier große Augen, die in der Lage sind, in gewissen Tiefen das vorhandene Restlicht noch wahrzunehmen. Ein beweglicher, leuchtender Punkt erzeugt da natürlich stets Aufmerksamkeit.   

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