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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Ozeaneum

Entdeckung des Monats Oktober : Entdeckung Nr. 300

Präparator des Deutschen Meeresmuseums (Präparator)

In unserer Präparationswerkstatt bearbeiten wir hauptsächlich Tiere und Pflanzen des Lebensraumes Meer. Für deren Präparation eignen sich sehr unterschiedliche Verfahren. Die Kamtschatkakrabben wurden nach dem sogenannten PEG-Verfahren konserviert. Dafür wurden die Tiere in Polyethylenglykol unterschiedlicher Molekulardichte eingelegt. Durch Vakuumpumpen wird dabei das Wasser aus den Körpern gezogen und die entstehenden Hohlräume mit Kunststoff gefüllt. Da die Tiere sehr groß sind, haben wir diesen Arbeitsschritt in der Werkstatt des Naturkundemuseums Berlin durchführen lassen. Anschließend haben wir die Krabben coloriert und einen Ausschnitt ihres Lebensraumes nachgestellt.

"Stalins späte Rache"

Die ursprünglich im nördlichen Pazifik beheimatete Kamtschatkakrabbe zählt zu den größten Krebsarten und gilt als äußerst schmackhafte Delikatesse. Aus diesem Grund war es der Regierung der ehemaligen Sowjetunion ein Anliegen, die Krabben-Versorgung im europäischen Teil des Landes sicherzustellen.

 

Von 1961 bis 1969 fand daher die Umsiedlung der Kamtschatkakrabben in die Barentsee statt. Die Aktion glückte und die Krabben fühlten sich in den neuen Gefilden ausgesprochen wohl. Über 30 Jahre blieben die Krabben ortstreu, bis sie in den 90er Jahren begannen, die norwegische Küste entlang zu wandern und sich bis zu den Lofoten auszubreiten. Mittlerweile ist die Ausbeute der norwegischen Fischer ertragreicher als die der Fischer in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten. Aufgrund ihrer rasanten Verbreitung und ihrer stattlichen Größe wurden die Kamtschatkakrabben bisweilen als Monsterkrabben tituliert. Den Fischern bringen sie Geld, am Meeresboden sorgen die Allesfresser für Kahlschlag. Bislang sind die Auswirkungen noch nicht abschließend untersucht worden, doch die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Krabben nicht weiter in den Süden wandern.

 

Auch die drei im OZEANEUM gezeigten Königskrabben, wie sie auch genannt werden, stammen aus Norwegen. Für die Ausstellung 1:1 Riesen der Meere wurden sie von der in Hamburg ansässigen Firma „Atlantik Fisch“ erworben. In der Präparation wurden die Körper mit flüssigem Kunststoff durchtränkt, der sogenannten PEG-Konservierung. Anschließend erfolgte die detailgetreue Coloration aller Tiere, bevor sie in einer ihrem Lebensraum nachempfundenen Szene arrangiert wurden.

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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